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Projektname: Schule der Frauen? - Wer lernt von wem? Teamsprecher-/in: Alina Skrinjar
     
Kategorie: Theater Lehrer-/in: Ute Niebergall-Herber
     
Schule: Humboldt-Schule Teammitglieder:
Alina Skrinjar
Anne-Marie Wernecke
Lisa Wirthel
Lucca Brandner
Miriam Hartmann
Nina Hendler
Stephanie Grüßner
Teresa Heintz
 
     
Klasse: 5. - 13.    
 
   
   
   
   
   
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  Projektbeschreibung:  
   
 

 

Acht verschiedene weibliche Persönlichkeiten, eine Theater – AG und keine Idee

1 ½ Jahre später:

Eine Gruppe, ein Stück und viel Spaß!!

 

 

Die Theater-AG, die nur aus weiblichen Mitgliedern besteht, sucht ein Stück. Gar nicht so einfach. Uns gefällt „Die Schule der Frauen“ von Molière in einer Fassung von Wolfgang Deichsler. Wenn man aber kein perfektes Hessisch spricht, wird so eine Aufführung leicht lächerlich. Was tun? Wir beschließen, unser Stück selbst zu schreiben: Ein bisschen Molière, ein bisschen Goldoni, ein bisschen Comedia dell‘arte und natürlich unsere eigenen Ideen. Das war der Stand der Dinge und dann ging es los. Wir lasen Texte, improvisierten, schrieben die Szenen mit, schrieben daraus ein Stück, lernten auswendig und probten, probten, probten…

Sehnt ihr euch schon nach mehr Details? Sie werden folgen... Mit unbarmherziger Wahrheit!!!!

 

Demnächst, nur hier, nur für euch :)

 
   
 
 
   
   
   
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Pantalone und Ich - Ein Bericht von Teresa Heintz 14.04.2009

 

Die Schulteatertage rückten immer näher und mit ihnen auch ein nervöses Kribbeln in der Magengegend. Dies lag wohl auch daran, dass ich mich unglaublich auf unsere letzte Aufführung freute. Ich hatte Gefallen daran gefunden, für die letzte Aufführung nochmal alles zu geben und die Zuschauer in den Bann unseres Stückes zu ziehen. Der Zuschauer sollte die gleichen Emotionen spüren, die in mir brodelten, wenn ich Pantalone spielte! Mit dieser positiven Haltung kam ich dann am Staatstheater an. Die Atmosphäre des Theaters, die ich beim Eintreten spürte, war umwerfend und wird mich so schnell auch nicht mehr loslassen. Gänge, Treppen, Türen, Räume, Bühnen... überall lauerten große Sensationen und kleine Details, die es Wert waren, beachtet zu werden. So viele Eindrücke sausten auf uns nieder. Auch den Anderen musste es wohl ähnlich ergangen sein, denn auch ihre Augen fuhren jede Ecke des Theaters ab. Als wir dann die Requisiten hinter der Bühne an ihren richtigen Platz räumten, begannen wir, uns in der Garderobe umzuziehen und sind anschließend alle zusammen im Gänsemarsch in die Maske gelaufen. Dort wurden wir dann ganz wunderbar geschminkt! Mir wurden plastische Falten und Augenbrauen gemalt. Ich sah furchteinflössend und böse aus, sodass ich mich vor mir selbst gefürchtet hätte, wäre ich mir auf der Straße so begegnet. Auch an den anderen wurde ebenfalls hervorragend gepfeilt: Columbina bekam übernatürlich lange Wimpern verpasst, Agnes grünen Lidschatten, Arlecchino Bartstoppeln und, und, und... Die Zeit verging so schnell und schon standen wir hinter der Bühne auf unseren Plätzen und warteten bis das schwätzende, lachende Publikum verstummte. Das Saallicht ging aus, das Bühnenlicht ging an und wir stürmten die Bühne. Das Lampenfieber machte sich bei mir nicht mit nervösen Zitteranfällen bemerkbar, sondern mit einer angenehmen Spannung, die mir ein ausdruckstärkeres Spielen ermöglicht. Die Rolle des Pantalones faszinierte mich von Beginn an. Und diese Charaktere dann auf der Bühne des Staatstheaters spielen zu dürfen, bedeutete mir sehr viel. Während der Aufführung mobilisierte ich sämtliche Energien, die mir für diesen Abend zu Verfügung standen. Den Applaus und die vielen Glückwünsche am Ende des Stücks nahm ich nur noch halb wahr.

 
Staatstheater, wir kommen!!! 14.04.2009

 

Auch nach unseren vier Auftritten in der Humboldt-Schule hatten wir keine Zeit zur Erholung, ganz im Gegenteil:

 

Die Schultheatertage standen vor der Tür!

 

Wir überarbeiteten und verbesserten unser Stück in den Wochen zwischen unseren Aufführungen immer wieder. Da die Studiobühne anders gebaut ist als unsere selbstgebaute Bühne in der Humboldt-Schule, mussten wir stellenweise unsere Auf- und Abgänge den anderen Bedingungen anpassen. Auch andere Kleinigkeiten haben wir während dieser Übungen verändert. Wir trafen uns bei regelmäßigen Proben und hatten sogar noch einmal die Möglichkeit in dem AG-Raum unserer Schule an einem Montagnachmittag vor Publikum zu spielen. Kurzum, wir haben bis zum Umfallen geprobt!

Und weiter ging’s!

 Der Tag kam immer näher, an dem unsere Gruppe zum Staatstheater wandern sollte. Karten wurden gekauft, Plakate in unserer Schule aufgeklebt und die Anspannung stieg.

Mittwochnachmittag hatten wir noch eine Generalprobe und am nächsten Tag war’s dann so weit. Im Theater angekommen konnte endlich alles beginnen worauf wir uns so lange gefreut hatten.

Im Staatstheater wurden von zwei Jungs herzlich empfangen und uns durchs Theater geführt. Hierfür noch einmal: Danke!! Denn ohne sie hätten wir uns gnadenlos verlaufen. Eine ganze Stunde brauchten wir um unsere Requisiten zu deponieren. Es war also kein Fehler eine Stunde früher gekommen zu sein. Nachdem wir uns also unsere Kostüme umgeworfen hatten, ging es in die MASKE! Unser Durchbruch: Wir mussten uns nicht mehr selber schminken und hatten selbst eine erfahrene Maskenbildnerin!!!

Erst einmal umgezogen und geschminkt ging es für uns aufs Neue die Treppen hinunter und einmal durchs halbe Gebäude und dann endlich- auf die Bühne! Sofort stürzten wir uns auf unsere, vom Theater bereit gestellten, Requisiten um diese zu begutachten. Und dann ging es weiter zur richtigen Bühne, die uns natürlich besonders begeisterte. Aufgeregt und schon vom Lampenfieber überrollt, probten zum letzten Mal einige Szenen um für uns das Bühnenfeeling zu bekommen. Unterstützt wurden wir bei allem von unseren Staatstheaterhelfern und von der Technik.

Kurz vor unserem Auftritt ging es dann für einige außerdem zu einem kleinen Interview für die Schultheatertagezeitung. Und dann war es soweit: Um zehn vor sieben wurden die ersten der knapp 90 Zuschauer in das Studio gelassen. Wir begutachteten ab dann das Geschehen nur noch von hinter der Bühne aus der Sicht des Inspizienten, der das Geschehen auf der Bühne von einem Bildschirm aus beobachten konnte.

Und hey, es war soweit: 19:00 UHR!!!!!!!... und die erste Szene begann.

 

Eine Stunde später war alles vorbei und wir verließen die Bühne mit viel Applaus und einem guten Gefühl. Auch die anschließende Gesprächsrunde mit Fragen aus dem Publikum machte uns nicht nur Spaß- sondern ließ uns auch die lange Zeit , die wir zusammen geprobt und verbracht hatten, reflektieren. 

 

 

 
Generalprob(l)e(m) 25.02.2009

 

Die Bühne steht, Kulissen sind an ihren Plätzen, Schauspieler geschminkt und das Adrenalin pocht mit jedem Herzschlag durch die Adern. Atmosphäre perfekt.

Der Text entfällt, die Stimme zittert oder ist zu leise, das Tuch verheddert sich und zu allem Unglück beherrschen sich die Darsteller nicht hinter der Bühne und flüstern und kichern.

Was ein Glück ist es nicht die Aufführung, nein, es ist die Generalprobe. Und da darf bekanntlich alles schiefgehen!

 

Auch wenn die Probe missglückt ist sind wir uns sehr wohl bewusst, das ist unser Stück, unser Baby unsere Kreation in die unser ganzer Schweiß und Blut geflossen ist. Nichts kann es vermiesen also ab vor die Leute und Toi Toi Toi, los geht’s!!!!!!!!!!!!!!!

 
Kulissen, Proben, Schminke, Kostüme! (Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!!!) 21.02.2009

 

Zu den Sommerferien hin hatten wir dann einen Text, dem nur das Ende fehlte um vervollständigt auf der Bühne dargestellt zu werden. Wir fingen an mit Kulissen zu arbeiten. Dies war jedoch nur bedingt möglich, da unsere Schule aufgrund von Erweiterung zurzeit einen Mangel an Klassenräumen hat und bis jetzt noch nicht die Möglichkeit hatte eine Bühne bzw. einen Theaterraum zur Verfügung zu stellen.

Deswegen wird unsere Bühne immer wenige Tage von den realen männlichen Wesen  vor unserem eigentlichen Auftritt aufgebaut. Während den Proben spielten wir einfach im Raum oder auch im Schulhof, was recht amüsant für Schüler war, die uns während ihrem Unterricht beobachten konnten.

Damit hatten wir Punkt Nummero Uno „Vor Publikum spielen“ schon gleich einbezogen.

Neben den Kulissen ist es ja auch wichtig, dass man sein Äußeres verändert um den Charakter gut darzustellen und sich auch wirklich in seine Rolle hineinzuversetzen.

Um nicht mehr an die alltägliche Person erinnert zu werden, dachten wir uns, wir könnten uns Masken aufsetzen. Dies jedoch gestaltete sich schwieriger als gedacht und so kam uns die glorreiche Idee uns die Masken mit Theaterschminke aufzumalen. Ein weißes Gesicht, mit roten Lippen und Wangen und den jeweiligen dazugehörigen Merkmalen (Wie z.B. Bart, Saufnase, Wimpern, usw.)

Für Schulen die keine eigene Kostümwahl haben und nicht die Möglichkeit des Selbstnähens besteht, steht das Schultheaterzentrum (Gott sei dank) zur Verfügung. Hier konnte gestöbert und anprobiert werden, am Ende mixten wir ein, zwei Hosen mit eigenen Hemden, Leggins und Gürtel zu einem Frack und kauften irgendwo noch einen Degen. Dafür danken wir an dieser Stelle herzlichst dem Schultheaterzentrum!!!

Für die perfekte Aufführung braucht man auch noch die perfekte Musik. Und welche Musik passt zu unserem Stück? Wieder eine der tausend nervigsten wie auch wichtigsten Fragen, welche sich im Laufe eines Einstudierens eines Stückes stellen. Und wer beantwortet sie? Wieder wir! Also rangesetzt und schöne Musik rausgesucht. Auf unserem Weg über die Bühne begleiten uns sanfte klassische Klänge. Starker Kontrast, aber für uns immer zum auflockern: „We Don’t Need No Education“ von Pink Floyd.

Natürlich darf ein Ohrwurm nicht fehlen. Und wer eignet sich dafür besser als Edith Piaf? Genau, Niemand, deswegen bezaubert sie unsere End-Szene. Glücklich sein und nichts bereuen ist unser Motto!

Kurz vor unserem ersten Auftritt brauchten wir noch dingend einen Dieb! Und somit „adoptierte“ die Theater-AG ein kleines Mädchen. Nun ist unsere Theater-Familie komplett und das Ergebnis sind acht Weiber in Röcken und Männerhosen die zusammenhalten wie Pech und Schwefel.

 
Wir formen uns unsere Geschichte wie wir es wollen… 12.02.2009

 

Nun hatten wir ein Ziel vor Augen, das wir verwirklichen wollten, merkten jedoch schnell, dass zwei Schulstunden pro Woche, bei denen zwei Mitgliederinnen unserer Gruppe wegen Schulstunden die jeweils erste der beiden Stunden versäumten, zu wenig sind. So beschlossen  wir uns auf eine gefährliche und aufregende Mission zu begeben: Ein Wochenende mit Lehrerin und Mitgliedern der Gruppe zu verbringen. Und was hätte sich dafür besser geeignet als eine Burg auf einem Berg in Bacharach am Rhein?

Hier arbeiteten wir dann mit der hessischen Ausgabe von Wolfgang Deichsler und dem in hochdeutsch verfassten Text von Molière.

Auf dieser Reise in die Tiefen der Theaterwelt lernten wir uns besser kennen, gewannen Vertrauen und Verständnis zueinander und hatten trotz harter und mühseliger Schufterei unseren Spaß.

 

Ebenso wurden wir hier auch zu einer unzertrennbaren Gruppe, was man sich vorher nicht einmal erträumt hätte! Sieben verschiedene Individuen mit unterschiedlichen Geschichten, Hobbies, nicht dem Mainstream entsprechend, wurden eine Familie. Wir konnten wir selbst sein, ermutigten uns und selbst jene, die sich vorher nicht einmal in die Nähe einer Bühne getraut hätten, gingen auf eben jener aus sich heraus wie nie zuvor!

 

„Der Geist des Theaters durchströmte uns“

 

(haltet uns ruhig für bekloppt, ist aber so)

Mit unserem Aufenthalt in Bacharach fingen wir auch an, unsere Geschichte neu zu schreiben.

Teilweise leichte Abänderungen des vorliegenden Textes, zum größten Teil, aber auch durch Improvisation der Gruppe eingefügte Szenen und Witze.

Der Handlungsstrang behielt im Großen und Ganzen seine Form, allerdings wurden die Namen mancher Charaktere geändert oder gar von typischen Comedia dell‘arte Charaktere ersetzt.

Nach den ersten Schwierigkeiten und als der Anfang endlich gemeistert war, legten wir fest, welche Rolle von wem gespielt werden sollte. Dafür mussten wir Probe laufen. Wie läuft man als Mann? Bauch raus, Brust rein? Oder doch das Gesäß nach hinten verlagern? Läuft man wie ein Balletttänzer oder doch eher wie der Biersäufer vom Fußballspiel? Hat man X-Beine oder ist man stolz auf das, was man zwischen den Beinen hat?

Erst zaghaft dann immer selbstbewusster versuchten wir uns an den Männern und übernahmen schließlich vollständig deren Rollen und Charakterzüge.

Aber auch außerhalb der Theaterstunden schlüpften wir ab und zu in unsere Rollen, beobachteten die Menschen, wie sie sich alltäglich verhielten. So zog das Theater ins wahre Leben ein – oder das wahre Leben ins Theater? Auf jeden Fall fiel es uns immer leichter unsere jeweiligen Rollen zu verkörpern.

Zurück in der Schule feilten wir weiterhin an den Einzelheiten des Textes, warfen hie und da ein paar Späße ein, probten das bis dort geschriebene Stück und merkten kaum wie die Zeit verging.

 
The Beginning!!! Die große Geschichte fängt an… 11.02.2009

 

Zum ersten Mal seit langem gibt es wieder den Aushang der Theater-AG mit Frau Niebergall-Herber an unserer Schule. Es meldeten sich sieben Mädchen der Jahrgangsstufen 7,10,11 und 12!

Wir beschnupperten uns beim ersten Treffen zaghaft :) Dann beim Zweiten wurden wir schon lockerer im Umgang miteinander!! Das dritte Treffen brachte schon gleich gute Impro-Szenen mit sich. Die Idee begann sich zu entwickeln: Wir wollten nicht nur spontanes Improtheater spielen, nein, wir wollten auch unser eigenes Stück auf die Beine stellen.

Nun, welches Stück spielt eine Gruppe, die nur aus jungen Damen besteht?

Fragen taten sich auf, wir wollten ein Stück auf die Bühne bringen, das gleichzeitig den starken Charakter der Frauen symbolisiert, aber auch Witz in sich hatte.

Dafür recherchierten wir im Internet  nach starken, weiblichen Berühmtheiten wie Maria Magdalena, Jean D’Arc, Maria Stuart, Kleopatra, Aphrodite, Marilyn Monroe sowie Madonna.

Nebenbei weckten Geschichten und Vorurteile von Männern sowie Frauen unsere Neugierde – das Stück „Die Schule der Frauen“ von Molière zog uns in seinen Bann. Es hatte Witz, Aussagekraft und Charakter!

Doch das Ende entsprach nicht unserem Geschmack. Unseren Vorstellungen nach sollte die Frau sich nicht übers Ohr hauen lassen.

 
     
 
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