CICEROS' "Pro Sexto Roscio Amerino" - Ein Kriminalhörspiel im alten Rom
Rom im Jahr 80 v. Chr.: Der römische Bürger Sextus Roscius aus Ameria wird angeklagt, seinen eigenen Vater heimtückisch ermordet zu haben. Roscius bestreitet diesen Vorwurf, doch die Beweislast scheint zu erdrückend zu sein. So droht ihm die barbarischste und unehrenhafteste Hinrichtung, die im alten Rom möglich ist, denn Vatermord gilt als das schlimmste Verbrechen. Die Verteidigung für Roscius übernimmt ein junger, gerade 26 Jahre alter Anwalt, von dem bis zu diesem Fall noch niemand etwas gehört hat. Doch seine weltberühmte Verteidigungsrede "Pro Sexto Roscio Amerino" wird Marcus Tullius Cicero über Nacht bekannt machen und ihn als einen der bedeutensten Redner aller Zeiten in die Geschichte eingehen lassen. Doch wird diese brilliante Rede Sextus Roscius noch retten können?
Wir sind ein Team des 12. Jahrgangs der Diltheyschule. Die erste Fremdsprache war bei uns allen Latein, und so haben wir uns schon sehr früh mit der lateinischen Sprache und der römischen Geschichte beschäftigt. In der 10. Klasse haben wir Ciceros erste bedeutende Rede "Pro Sexto Roscio Amerino" übersetzt. In dieser Rede verteidigt Cicero wie oben bereits beschrieben Roscius, der des Vatermordes angeklagt ist. Der besonders komplizierte und spannende Fall wird von Cicero in allen Einzelheiten beschrieben. Um unsere eigene Begeisterung für das alte Rom auf andere zu übertragen werden wir ein Hörspiel produzieren, dass den Fall von Roscius aus zwei Perspektiven beschreibt. Zum einen werden wir wichtige Originalzitate von Cicero neu übersetzen und in eine spezielle Gerichtsszene einbauen. Zum anderen werden wir gleichzeitig den tatsächlichen Mordhergang rekonstruieren und vertonen. Der Hörer soll so auf eine spannende Zeitreise zu einem Kriminalfall in die Antike mitgenommen werden, die einen Eindruck vom Alltag und Leben im alten Rom vermittelt.
Mit unserem Hörspielprojekt möchten wir sowohl mehr junge Menschen für alte Sprachen und die Antike begeistern, als auch einen wenig bekannten Klassiker der lateinischen Sprache einer größeren Zuhörerschaft Nahe bringen.
Dokumentation
An dieser Stelle berichten wir Euch über unsere Arbeit am Projekt und den jeweiligen Stand. Wer also die aktuellsten Informationen über unser Projekt erfahren will, kann sie hier nachlesen...
August 2008:
Unser Team ist jetzt komplett! Wir wussten ja schon seit einigen Monaten, dass es in diesem Sommer eine neue Ausgabe des Leonardo geben wird und haben uns nun als Viererteam zusammengefunden. Wir sind: Christine, Jacqueline, Nikolas und Marie, alle aus der 12. Klasse der Diltheyschule. Wir alle hatten Latein als 1. Fremdsprache. Jetzt haben zwar nur noch zwei Latein im Unterricht, aber Marie ist immerhin im Leistungskurs... Außerdem haben wir jetzt auch einen Projekttutor. Herr Jost, der den Leistungskurs an der Diltheyschule unterrichtet, wird unser Projekt betreuen. Jetzt kann es also mit der Arbeit am Hörspiel losgehen.
18. August 2008:
Unser Projekt ist jetzt auch offiziell beim Leonardo angemeldet. Wir sind das erste Projekt in der Kategorie Medien. Unser Projektlogo ist derzeit noch ein Bild von einer antiken Porträtbüste von Cicero, aber wir werden das Projekt jetzt fotografisch und auch mit Videos dokumentieren, sodass Ihr hoffentlich bald auch hier mit neuem Bildmaterial versorgt werdet.
26. August 2008:
Erstes Projekttreffen; wir haben einen Zeitplan aufgestellt, der unsere Projektarbeit bis zum Abgabetermin im April 2009 regelt. Zuerst einmal wollen wir alle nochmal Ciceros Rede lesen und wichtige Zitate und Szenen markieren. Deshalb haben wir vier deutsch-lateinische Reclam-Ausgaben samt Anmerkungen und Kommentar bestellt.
3. September 2008:
Wir haben mit Herrn Jost gesprochen. Er wird uns weitere Informationen über das Gerichtswesen und den Prozessverlauf in der römischen Republik kopieren, damit wir im Hörspiel ein authentisches Bild des Prozessverlaufs widergeben können.
9. September 2008:
Wir haben jetzt die Informationen von Herrn Jost und die Reclambücher. Beides werden wir zunächst mal lesen und die wichtigsten Informationen rausschreiben. Zudem haben wir nun eine genaue Schilderung der Strafe für Vatermörder. Diese Schilderung ist sehr wichtig, weil wir sie als Einstieg in das Hörspiel nehmen wollen.
22. September 2008:
Die wichtigsten lateinischen Wörter für das Prozesswesen haben wir nun. Wir wollen uns bald treffen, um über die Rede zu sprechen. Erstmal haben wir aber Lebensläufe verteilt; Christine informiert sich über Cicero, Marie nimmt Sulla, Jacqueline die Roscier und Nikolas Chrysogonus. Das sind die wichtigsten Charaktere, die mit diesem Fall zu tun haben und wir wollen ein möglichst genaues Charakterbild von ihnen erstellen, um sie im Hörspiel mit ihrer Persönlichkeit darzustellen. Wer diese Personen sind, könnt ihr hier bald lesen, wenn wir die Lebensläufe ins Internet gestellt haben... Wir haben auch mal im Internet geguckt, welche Hintergrundinformationen zu diesem Prozess existieren. Leider nur sehr wenige, nur ein einziger Kommentar aus dem 19. Jahrhundert (!), aber den haben wir jetzt in der Hessischen Landesbibliothek in Wiesbaden bestellt, denn wir brauchen mehr Informationen, weil die Rede Ciceros ja nichts über den Prozessverlauf berichtet.
3. Oktober 2008:
Es ist Feiertag und wir treffen uns mal wieder... Wir haben jetzt den Kommentar aus der Landesbibliothek, aber der hilft uns leider nicht viel weiter. Unsere Lebensläufe sind aber fertig und geben wenigstens einen Überblick über die Zeit, als die Rede gehalten wurde. Wir waren aber etwas faul und haben noch nicht alle die Rede gelesen, deshalb müssen wir die Besprechung der Rede auf ein nächstes Treffen vertagen...
27. Oktober 2008:
Wir sind jetzt schon ein ganzes Stück weiter mit unserem Projekt... Alle haben jetzt die Rede gelesen, die wichtigsten Zitate unterstrichen, Schnittstellen für das Hörspiel herausgesucht und Informationen über den Hintergrund der Anklage herausgeschrieben. Also haben wir nun diese Informationen zusammengetragen und besprochen, was wir für das Hörspiel verwenden werden. Vor allem der Anfang der Rede ist gut für das Hörspiel zu verweden, denn hier fasst Cicero viele wichtige Argumente seiner Verteidigung zusammen. Aber der Mittel- und Endteil der Rede sind von der Argumenation rhetorisch besonders interessant und deshalb wollen wir auch hier Teile übernehmen. Jetzt müssen wir bald überlegen, wie die Gliederung und der genaue Aufbau des Hörspiels sein soll, damit wir einen guten Spannungsbogen haben.
14. November 2008:
Mit Stichworten haben wir nun erste Skizzen verfasst, wie das Hörspiel aufgebaut wird; wir haben verschiedene Varianten erarbeitet. Das heißt, wir haben verschiedene Ideen für einen spannenden Einstieg (grausame Strafe für Vatermörder verlesen, den "alten" Cicero über seine erste große Rede erzählen lassen usw.) und überlegen, in welchen Rahmen die Rede eingebettet werden soll. Vorschläge und Ideen sind Rückblenden, ein Erzähler, ein Bericht usw. oder eine Kombination mehrerer dieser Ansätze. Sicher ist aber schon, dass die Rede von Rückblenden unterbrochen sein soll, um die Hörer nicht zu langweilen. Die Rückblenden sollen den tatsächlichen Tathergang nacherzählen, zum Beispiel die Mordszene im nächtlichen Rom, bei der der Vater Sextus Roscius erdolcht wird. Die weitere Ausarbeitung dieser Konzepte wird uns die nächsten Tage beschäftigen.
19. Dezember 2008:
Letzter Schultag vor den Weihnachtsferien! Wir haben heute besprochen, wann wir uns in den Ferien treffen und wer welche Aufgaben bis dahin erledigt. Die Ferien wollen wir unbedingt ausnutzen, denn wir hängen dem Zeitplan etwas hinterher... Außerdem haben wir schon den Entwurf für die Unterrichtsreihe grob besprochen; den wollen wir aber vorher noch mit einigen Lateinlehrern besprechen. Diese Unterrichtsreihe soll Lehrern die Möglichkeit geben, das Hörspiel gemeinsam mit Ciceros Rede in den Lateinunterricht einzubauen. (Den fertigen Entwurf kann man mittlerweile unter "Downloads" ansehen!)
7. Januar 2009:
Heute haben wir uns bei Marie zu Hause getroffen; Jacqui konnte aber nicht, weil sie krank war. Das Treffen heute war sehr wichtig und hat uns viel weitergebracht. Wir haben uns jetzt für die Gliederung entschieden, die mit der Schilderung der Strafe für Vatermörder beginnt, weil das ein spannender Einstieg ist. Danach wollen wir die Gerichtsatmosphäre beschreiben, kurz bevor Cicero mit seiner Rede beginnt. Dann sollen zwischen die Rede die Rückblenden kommen. Bis zum nächsten Treffen wollen wir entscheiden, welche und wieviele Rückblenden es geben soll. Bisher steht nur fest, dass wir auf jeden Fall eine Rückblende zum Mord des Sextus Roscius in Rom haben wollen. Außerdem haben wir jetzt auch neue Informationen zum römischen Prozesswesen und zur Strafe für Vatermörder. Das ist wirklich eine ausgesprochen grausame Strafe...also perfekt für unseren Einstieg!
20. Januar 2009:
Kurzes Treffen in der Schule, bei dem wir uns nun über die Rückblenden geeinigt haben. Es wird insgesamt sechs Rückblenden geben; die erste Szene zeigt, wie Cicero den Auftrag für die Verteidigung von Sextus Roscius und dessen Freundin Cecilia Metella erhalten hat. In der zweiten Szene verabschiedet sich Sextus Roscius (der Ältere) von seinem Sohn, bevor er nach Rom aufbricht. Diese Szene soll das gute Verhältnis der beiden zueinander verdeutlichen. Die dritte Szene ist die Mordszene, sie soll einer der Höhepunkte des Hörspiels werden. In der vierten und fünften Szene werden Titus Capito und Chrysogonus (die beiden Mitverschwörer) vom erfolgreichen Mordanschlag informiert und planen das Komplott gegen den Sohn des Ermordeten. Die letzte Szene schildert die gewaltsame Vertreibung des Sohnes von den Landgütern durch Titus Capito. Danach soll die emotionale Schlusszene der Gerichtsverhandlung kommen und das Nachwort des Erzählers.
3. Februar 2009:
Wir haben die Hörspielgliederung in vier Teile aufgeteilt; jeder von uns bearbeitet einen Teil und überlegt sich, wie dieser Teil szenisch aufgebaut werden könnte und welche Charaktere wichtig wären. Bald soll nämlich das Drehbuch geschrieben sein. Da wir allerdings mit dem Drehbuchschreiben keine Erfahrung haben, wollen wir uns in wenigen Tagen von Peter Kilb, einem erwachsenen Freund von uns und Hörspielprofi, helfen und beraten lassen. Außerdem haben wir in Robert Harris` Bestsellerroman "Imperium", der sich mit Ciceros Leben beschäftigt, neue Informationen über den Fall gefunden, die uns bei der Umsetzung des Drehbuchs helfen könnten.
10. Februar 2009:
Heute waren wir nach der Schule bei Peter Kilb und seiner Frau. Es war ein sehr nettes und hilfreiches Treffen. Peter hat uns nochmal in unserer Gliederung bestärkt und wir haben verschiedene Varianten für die Rückblenden diskutiert. Wenn man mit Außenstehenden über das Projekt redet, hilft das viel, weil man neue Anregungen bekommt. Peter, der selber ein kleines, privates Tonstudio hat, hat uns zudem ein Drehbuch von seinem bereits verstorbenen Freund Herbert Reinecker ausgeliehen. Das war zwar für einen Film (Reinecker war unter anderem der Autor der TV-Serie "Der Kommissar"!), aber es hilft uns als Beispiel trotzdem viel. Außerdem hat uns Peter zu seiner Geburtstagsfeier am 21. Februar eingeladen. An dem Tag will er versuchen, dass die auch eingeladenen Theaterleute uns vielleicht noch Tipps und Anregungen geben...
21. Februar 2009:
Heute war Peters Geburtstag und Nikolas war da, unter anderem um neue Unterstützer und Helfer für das Projekt zu finden. Eigentlich wollten wir Priska Janssens vom Staatstheater fragen, aber das hat sich irgendwie nicht ergeben. Stattdessen haben wir mit Frank Hietzschold gesprochen, der auch am Staatstheater arbeitet und bei uns an der Schule die Theater-AG leitet. Er findet das Konzept interessant und will sich nochmal bei uns melden, wenn er Ideen hat.
10. März 2009:
Wir haben heute neue Fotos, Videos und Texte für die Dokumentation auf der Internetseite gemacht. Die wollen wir jetzt mal wieder überarbeiten und aktualisieren. Außerdem wissen wir jetzt, wie wir das Drehbuch schreiben wollen. Nikolas hat sich bereiterklärt, das Drehbuch zu schreiben und Jacqui, das ganze dann abzutippen (was bei Nikolas Handschrift ein wahres Opfer ist!)... Das nächste Treffen soll wieder bei Marie stattfinden und wir wollen einen "langen" Samstag einschieben, an dem wir unsere Ideenskizzen für das Drehbuch uns gegenseitig vorstellen und diskutieren.
14. März 2009:
Es wird richtig eng! Heute haben wir zum ersten Mal bemerkt, wie wenig Zeit wir nur noch bis zum Abgabetermin haben und wieviewl Arbeit noch vor uns liegt... Deswegen haben wir heute stundenlang bei Marie konzentriert gearbeiet, wobei dennoch nicht der Spaß zu kurz kam! Wir haben uns wie geplant die Ideen für die einzelnen Szenen vorgestellt, was - inklusive Regieanweisungen und Geräusche - sehr lustig, aber auch sehr produktiv war. Nikolas hat jetzt erstmal alle Ideen mitgenommen, um daraus dann das Drehbuch zu schreiben. Diese Vorfassung stellt er dann noch mal den anderen vor, damit deren Tipps und Ideen noch einfließen können... Wir sind so knapp mit der Zeit, dass wir uns nun fast täglich treffen wollen. Wir haben verschiedene Adressen von Tonstudios, die wir jetzt anschreiben werden, und Marie kümmert sich um die Sponsoren. Christine kümmert sich um die Internetseite und die Fotos.
17. März 2009:
Nikolas hat die ersten Szenen des Drehbuchs vorgestellt und das Team war zufrieden damit. Jacqui kann also schon mal anfangen zu tippen. Wir haben uns überlegt, wen wir wegen des Sponsorings anschreiben wollen; das Ergebnis sind Altertumsvereine, die Stadt Wiesbaden, Banken, Versicherungen, größere Unternehmen aus Wiesbaden usw... Außerdem hat Peter vielleicht eine Idee bezüglich des Tonstudios.
18. März 2009:
Wir müssen wahrscheinlich gar nicht auf Peters Vorschlag wegen des Tonstudios zurückgreifen, weil Nikolas über Freunde, die schon etwas ähnliches gemacht haben wie wir, Kontakt zu einem Tonstudio hat, das sehr an dem Projekt interessiert ist und wir werden uns (außer Jacqui, die da schon einen Termin hat) mit den Leuten des Tonstudios "Kristen und Schmidt" aus Wiesbaden-Biebrich am Freitagnachmittag treffen.
19. März 2009:
Marie hat schon die ersten Sponsorenbriefe erstellt und abgeschickt und Nikolas ist mit dem Hörbuch schon weitergekommen. Außerdem machen wir uns schon Gedanken, wer welche Person sprechen könnte, denn die Charaktere im Drehbuch stehen schon fast alle fest. Wir würden gerne alle vier jeweils auch eine Person sprechen, doch das wird sehr schwierig, weil nur zwei und nicht drei Frauen in dem Stück vorkommen werden und selbst diese Rollen nur sehr klein sind. Da wir eine junge Stimme für Cicero brauchen und dessen Sprecher den meisten Text hat und deshalb fast immer da sein muss, wird Nikolas Cicero sprechen.
20. März 2009:
Wir sind so euphorisch wie schon lange nicht mehr!!! Heute waren wir im Tonstudio bei ´"Kristen und Schmidt" in der Stettiner-Straße in Biebrich. Besser hätte das Gespräch nicht laufen können und ein besseres Tonstudio hätten wir wohl auch nicht finden können!
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